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Donnerstag, 21. Januar 2021
   

Bundesliga

Alle News über die Fußball Bundesliga ⚽. Wir haben aktuelle Videos und Bilder, Tabellen, Statistiken, Torschützen und vieles mehr. Jetzt reinschauen!
Sport1 News
  1. Was ist bloß mit Davies los?

    90 Minuten saß Alphonso Davies gegen den FC Augsburg (1:0) auf der Bank, während Lucas Hernández als Linksverteidiger mächtig Eigenwerbung für sich betreiben konnte.

    "Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht", lobte Hansi Flick den Franzosen nach Abpfiff. "Er war sehr aggressiv und hat auch nach vorne gute Akzente gesetzt."

    Im Vergleich zum 2:1-Heimsieg gegen den SC Freiburg nahm Flick nur diesen einen Tausch in der Startelf vor. Davies musste auf die Bank, weil er gegen die Breisgauer kein gutes Spiel gezeigt hatte, in der Defensive wackelte und nach vorne kaum Akzente setzen konnte.

    Seine Fehlpass-Quote ist zwar immer noch die zweitbeste unter den Bayern-Verteidigern und seine Zweikampfwerte stimmen auch. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

    Davies bislang nur mit einer Torvorlage

    Trotzdem tut sich Davies in dieser Saison schwer. In bislang 15 Pflichtspiel-Einsätzen (1019 Minuten) hat er nur eine Torbeteiligung vorzuweisen: Einen Assists beim 3:2 im DFL-Supercup gegen Borussia Dortmund am 30. September vergangenen Jahres.

    Anders als noch in der Vorsaison wirkt Davies, wenn er denn spielt, nicht mehr so zielstrebig und fintenreich im Offensivspiel. In der Defensive irrt er oft im luftleeren Raum umher, weshalb er bei der Pokal-Pleite in Kiel von seinem Trainer ein ums andere Mal gerüffelt wurde.

    Reiner Calmund und Marco Bode am Sonntag ab 11 Uhr im CHECK24 Doppelpass

    Es scheint, als fehle im die mentale Frische, um in einer Mannschaft zu glänzen, die derzeit ohnehin darum bemüht ist, sich von Spiel zu Spiel zu kämpfen und Siege nicht mehr leicht, sondern mit viel Kampf herbeiführt.

    Bänderriss hat Nachwirkungen

    Ein Grund, warum Davies derzeit weit entfernt ist von seiner Topform: Zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember 2020 fiel er 42 Tage aufgrund eines Bänderrisses im Sprunggelenk aus und verpasste neun Spiele. Wie seine Mitspieler hatte auch er keine Zeit, sich in einer Sommer- und Wintervorbereitung wie gewohnt in Schuss zu bringen.

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    Hernández hingegen wirkt aktuell fit und spritzig und hinterließ gegen Augsburg einen positiven Eindruck.

    Den entscheidenden Elfmeter zum 1:0 von Robert Lewandowski (13.) holte der 24-Jährige durch einen offensiven Vorstoß heraus. Mit gutem Stellungsspiel verhinderte er einen Augsburger Konter (30.) und bekam von Flick einen anerkennenden Klaps (42.). Außerdem führte der Weltmeister von 2018 die meisten Zweikämpfe (32), gewann dabei 62,5 Prozent Duelle, und zeigte die meisten Sprints (31) aller Bayern. (Service: Tabelle der Bundesliga)

    Bleibt Davies vorerst auf der Bank?

    Gut möglich! Linksfuß Hernández bleibt in dieser Saison sein größter Konkurrent, da David Alaba in der Innenverteidigung gesetzt ist.

    Davies wertvollster Linksverteidiger der Welt

    Für den 20-jährigen Kanadier wird es vorerst darum gehen, sich wieder auf seine Stärken zu besinnen und sich nicht allein auf die Lorbeeren seines Wahnsinns-Jahres 2020 zu verlassen.

    Davies avancierte zum Bayern-Newcomer der Saison, er gewann das Triple, sein Marktwert schoss in Windeseile auf 80 Millionen Euro, was ihn zum derzeit wertvollsten Linksverteidiger der Welt macht. Zudem wurde er zu Kanadas Sportler des Jahres und zum Bundesliga-Rookie der vergangenen Saison gewählt und steht in der FIFA-Mannschaft des Jahres 2020. Erfolge, die Davies etwas zum Höhenflug verleiten haben sollen.

    Flick ist erfahren genug, um das Supertalent (Vertrag bis 2025) in den kommenden Wochen wieder in die Spur zu bringen. Der Spieler selbst muss nun zeigen, dass er nachlegen kann. Denn auf den Erfolgen der Vergangenheit kann er sich beim FC Bayern nicht ausruhen.

  2. Kein Rassismus? Unions Hübner kommt glimpflich davon

    Im Zweifel für den Angeklagten: Florian Hübner von Union Berlin ist nach einer Beleidigung des Leverkusener Nationalspielers Nadiem Amiri mit zwei Spielen Sperre und 20.000 Euro Strafe davongekommen. Das Urteil gab das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Donnerstag bekannt.

    Der Abwehrspieler wurde ausdrücklich wegen "unsportlichen Verhaltens" bestraft: "Der Nachweis einer rassistisch motivierten oder diskriminierenden Handlung konnte nicht erbracht werden", stellte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz fest. Hübner hat dem Urteil zugestimmt.

    Der 29-Jährige hatte gegenüber dem Kontrollausschuss laut Verbandsmitteilung angegeben, von Amiri provoziert worden zu sein.

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    Er habe dann "eine anderslautende Äußerung getätigt (...) als diejenige, die in der Öffentlichkeit kolportiert wurde. Dass die Wortwahl eine andere war, konnte während der Ermittlungen des Kontrollausschusses auch Nadiem Amiri nicht ausschließen."

    Amiris Mitspieler Jonathan Tah hatte unmittelbar nach dem Abpfiff am vergangenen Freitag (1:0 für Berlin) in einem Interview von einer Beleidigung gesprochen, die auf die afghanische Herkunft des deutschen Nationalspielers Amiri gezielt habe.

    Ermittlungen gegen Teuchert eingestellt

    "Es gab irgendwie Diskussionen und dann ist der Begriff 'scheiß Afghane' gefallen", hatte der Nationalspieler bei DAZN erklärt.

    Die Ermittlungen gegen Union-Stürmer Cedric Teuchert aufgrund eines möglichen Verstoßes gegen die DFB-Rechts- und Verfahrensordnung wurden eingestellt. 

    Hübner zeigte sich "froh, dass die Angelegenheit erledigt ist und schnell einen Abschluss gefunden hat. Ich habe einen Fehler gemacht, indem ich mich überhaupt in die Auseinandersetzung der Leverkusener Mannschaft mit dem Schiedsrichter eingelassen habe. Zukünftig werde ich noch sorgfältiger auf Disziplin und Zurückhaltung achten und hieraus auch für mich und meine weitere sportliche Karriere Konsequenzen ziehen." 

    Er sei zu Recht bestraft worden, habe sich aber keinesfalls rassistisch geäußert: "Jede Art von Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung wird in meiner Familie und von mir zutiefst verabscheut. Mit Amiri habe ich mich ausgesprochen und wir haben alles bereinigt." 

  3. Alaba-Ersatz? Rummenigge bestätigt Interesse an RB-Profi

    Der FC Bayern hat beim geplanten Umbau seiner Abwehr ein Auge auf Dayot Upamecano vom Bundesliga-Konkurrenten RB Leipzig geworfen.

    "Wir werden uns natürlich damit befassen, nicht nur mit dieser Personalie, sondern grundsätzlich, auf welchen Positionen wir was machen wollen und machen müssen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei Bild live.

    Es sei bekannt, dass der 22 Jahre alte Franzose für den Sommer eine Ausstiegsklausel in seinem bis 2023 laufenden Vertrag besitze, ergänzte Rummenigge. Diese wird auf 45 Millionen Euro beziffert.

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    Allerdings sei Upamecano "zumindest bis zum Saisonende in Leipzig", meinte Rummenigge. Deshalb wäre es "ein bisschen zu früh", schon von einem Wechsel zum deutschen Fußball-Rekordmeister auszugehen.

    Alaba und Boateng können Klub verlassen

    Die Bayern müssen ihre Defensive umgestalten, weil Abwehrchef David Alaba den Klub im Sommer verlassen will. Wie der Österreicher könnte dann auch Jerome Boateng ablösefrei gehen.

    Das letzte Wort scheint hier aber noch nicht gesprochen zu sein. "Jerome spielt wieder eine gute Rolle. Der Trainer ist mit ihm zufrieden. Dementsprechend wird man sich dieser Frage stellen müssen in einem Gespräch mit ihm", sagte Rummenigge zu einer möglichen Vertragsverlängerung.

    Einen Verkauf von Nationalspieler Leroy Sane nach nur einer Saison in München schloss Rummenigge aus. "Er hat einen Fünfjahresvertrag. Das wäre ja Blödsinn. Wir brauchen diesen Typus von Spieler", sagte er und betonte: "Der bleibt natürlich beim FC Bayern. Und ich bin überzeugt: Er wird seinen Weg hier machen."

  4. Doll zum BVB: "Mit sechs Totalausfällen gewinnst du nicht"

    Thomas Doll nimmt es mit Humor, als ihn SPORT1 anruft und ihn auf die aktuelle Situation bei Borussia Dortmund anspricht. Trainer Edin Terzic hat dort den schlechtesten Start hingelegt seit damals "zu meiner Zeit, ist doch klar", sagt Doll und lacht.

    Der 54-Jährige war in der Saison 2007/08 für die letzten neun Spiele Trainer bei den Schwarz-Gelben. Doch es war kein glückliches Kapitel, wenn auch der Klassenerhalt geschafft wurde. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

    Im Interview spricht Doll über die aktuelle Lage in Dortmund, BVB-Trainer Edin Terzic und damals. (Service: Tabelle der Bundesliga)

    SPORT1: Herr Doll, was sagen Sie zur aktuellen Situation beim BVB? 
     
    Thomas Doll: Beim BVB haben sie sich das alle anders vorgestellt. Wenn man Lucien Favre entlässt, dann möchte man andere Ergebnisse sehen. Nach der Niederlage in Leverkusen hat man den Eindruck, dass alles ein bisschen verpufft ist. Am Anfang haben ihn die Spieler gedrückt und es wirkte so, als wenn jeder wie befreit war. Favre ist ein überragender Trainer, aber irgendwas muss passiert sein.

    Reiner Calmund und Marco Bode am Sonntag ab 11 Uhr im CHECK24 Doppelpass 

    SPORT1: Sie meinen innerhalb des Teams?
     
    Doll: Diese Spieler, die am Anfang mit Terzic so euphorisch waren und wo jeder jeden umarmt hat, die sollten in den nächsten Wochen dafür sorgen, dass ein positives Bild entsteht. Wenn man in Leverkusen die erste Halbzeit geschaut hat, fragt man sich schon: Wo ist der Teamspirit und wo ist die Einstellung? Dass man mal etwas Probleme hat gegen Mainz, das kann passieren. Das ist Bayern auch passiert. Wenn aber nach so einem Spiel über Mentalität und Einstellung geredet wird, dann spricht das nicht für das Team.

    Doll: Irgendetwas stimmt nicht beim BVB

    SPORT1: Sie hatten damals viele alte Spieler wie zum Beispiel Robert Kovac oder Christian Wörns. Terzic hat jetzt offenbar viele verspielte Jungs ohne den richtigen Biss. Ist das ähnlich unbefriedigend?
     
    Doll: Beim BVB gibt es viele junge Spieler. Und es fehlt Power auf dem Platz, wenn es mal nicht so gut läuft. Sie haben überragende Fußballer und auch eine gute Mischung aus Alt und Jung. Aber einen Jadon Sancho, Marco Reus oder Julian Brandt muss man in solchen Spielen wie in Leverkusen natürlich auch sehen - gerade die Offensivabteilung. Irgendwas stimmt nicht beim BVB, das muss tiefgründig sein und man muss es schnell herausfinden.

    SPORT1: Wie schwierig ist es für einen Trainer, den BVB zu trainieren?
     
    Doll: Der BVB ist kein schweres Pflaster für einen Trainer. Natürlich ist der Druck enorm, aber sie haben schon eine hohe Qualität. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Erling Haaland bis zu seiner Verletzung in überragender Form war. Er ist erst 20 und zudem sah man gegen Leverkusen, dass der eine oder andere unglaubliche Probleme hatte. Und mit sechs, sieben Totalausfällen gewinnst du nicht.
     
    SPORT1: Wird der BVB die leidige Diskussion um die Mentalität überhaupt mal los?
     
    Doll: Wenn du nicht den Biss hast, wirst du nicht Fußballprofi. Und ich denke, dass sie den haben. Aber der eine oder andere muss in Spielen, in denen man unter Druck steht, noch lernen durch seine Individualität für Entlastung zu sorgen. Das kann man auch von einem 21-Jährigen in der Bundesliga erwarten. Sie sollten nicht nur glänzen, wenn der BVB ins Rollen kommt, sondern auch in Situationen, in denen man richtig dagegen halten muss. Und das haben einige Jungs auch unter Favre nicht auf den Platz gekriegt. Da fehlt eine Konstanz.


     
    SPORT1: An wem könnte sich der BVB ein Beispiel nehmen?

    Doll: Positives Beispiel ist Union Berlin, mit welcher Wucht sie durch die Liga marschieren. Sie haben nicht die individuelle Klasse des BVB. Aber die Dortmunder können sich ein Beispiel nehmen, was Einstellung, Mentalität und Disziplin betrifft. Da weiß jeder, was er zu tun hat. Beim BVB verlässt man sich auf Talent und denkt, man komme so schon durch. Aber das reicht nicht.

    SPORT1: Bei Auswechslungen haben in Leverkusen sowohl Sancho als auch Reus sichtbares Unverständnis gezeigt - ist es da nicht für den Trainer nicht schwierig, die Truppe im Griff zu behalten?

    Doll: Jeder, der ausgewechselt wird, ist erstmal sauer. Reus oder Sancho waren sicher auch enttäuscht über die eigene Leistung. Reus würde nicht offiziell seinen Trainer an die Wand nageln, indem er Unverständnis für seine Auswechslung zeigt. Das sind die kleinsten Dinge, die man da rein interpretieren sollte.

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    SPORT1: Die Bilanz von Terzic liest sich ernüchternd. Drei Siege, zwei Niederlagen und ein Remis. Was ist noch drin?

    Doll: Das primäre Ziel der Dortmunder kann nur noch sein, dass sie nicht die Champions-League-Plätze aus den Augen verlieren. Da muss keiner nach ganz oben schauen, was der FC Bayern macht. Gladbach wird noch kommen, Union, die sich da oben festgebissen haben, muss man mit auf der Rechnung haben und Leverkusen, Leipzig und Wolfsburg. Der BVB muss schleunigst die Kurve kriegen. Aber nur vom Reden wird das nicht klappen. Für den Trainer wird das eine unfassbar schwere Aufgabe, denn der Druck geht jetzt erst los. In den ersten Wochen drückt man noch das eine oder andere Auge zu, wenn man neu übernommen hat. Terzic hat schon bewiesen, dass er abliefern kann - gegen Wolfsburg oder in Leipzig.

    Doll: "Der BVB tut gerade keinem weh"

    SPORT1: Terzic selbst stellt die Mentalitätsfrage. "Qualität sei immer ein Produkt aus Talent und Mentalität. Wir haben uns zu sehr auf das Talent verlassen", sagte er.

    Doll: Das sieht er zu 100 Prozent richtig, das spürt man auch als Trainer. Da siehst du, wie sich ein Spieler in solch einer Situation bewegt. Immer nur alles spielerisch zu lösen, wird nicht funktionieren. Man muss auch mal in einer Kontersituation ein taktisches Foul begehen und einen anderen Fußball spielen als den, wenn man nur im Ballbesitz ist. Man muss dem Gegner weh tun.

    SPORT1: Das sieht man beim BVB gerade nicht.

    Doll: Stimmt, der BVB tut gerade keinem mehr weh. Nur ein bisschen wackeln und ein paar Finten machen geht nicht, die Körpersprache muss besser werden. Wenn du das nicht bringst, hast du keine Chance. Die Qualität setzt sich erst durch, wenn die Basics abgerufen werden. Wenn du eine gute Einstellung hast, bringst du auch eine gute Mentalität mit. Der BVB muss sich die Mentalitätsfrage stellen.

    SPORT1: Didi Hamann sagte, der BVB müsse aufpassen, dass die Mannschaft nicht untrainierbar wird. Sie habe schließlich schon Favre verschlissen.

    Doll: Mit solchen Äußerungen muss man aufpassen. Ich glaube nicht, dass der BVB irgendwelche Stinkstiefel in seinen Reihen hat. Aki Watzke und Michael Zorc sind so lange dabei, die würden rigoros dazwischen gehen und würden keine Rücksicht nehmen auf irgendwelche Namen. Der eine oder andere Spieler hat die Situation noch nicht begriffen. Nur mit Tikitaka und etwas Talent kommt man nicht durch eine lange Saison.

    Doll: "Hannover hätte ich mir sparen können"

    SPORT1: Warum hat es damals für Sie beim BVB nicht geklappt?

    Doll: Mancher Spieler war damals über seinem Zenit. Als ich im Februar 2007 kam, waren es nur noch neun Spiele und der BVB stand ganz tief unten drin. Wir haben dann aber den Klassenerhalt noch geschafft durch einen wunderbaren Sieg gegen Schalke. Der eine oder andere gewünschte Neuzugang konnte nicht realisiert werden, und wir bekamen viele Gegentore. Am Ende waren wir 13. und das wurde dem Ganzen nicht gerecht. Es gab viele Faktoren, warum das nicht geklappt hat. Umso schöner war es zu sehen, was in den Jahren danach beim BVB alles gewachsen ist.

    SPORT1: Wie geht es mit Ihnen weiter?

    Doll: Ich bin immer noch mit Leib und Seele Fußballtrainer und hatte auch schon einige Angebote aus dem Ausland. In Budapest habe ich einen klasse Job gemacht. Hannover hätte ich mir sparen können. Da ist alles schief gelaufen, was schief gehen konnte. Irgendwann noch mal in Deutschland zu arbeiten, wäre eine tolle Sache. Auch gerne in der 2. Bundesliga.

    SPORT1: Sie leben seit Ihrer erfolgreichen Zeit zwischen 2013 und 2018 bei Ferencvaros weiter in Budapest. Das Ausland ist kein Thema mehr?

    Doll: Doch, ich bin auch weiter offen für das Ausland. Aber in der Pandemie hat es einfach nicht gepasst, in ein Risikogebiet zu gehen. 2020 wollte ich es ruhiger angehen. Ich bin offen, hatte auch Angebote aus der Türkei. Es ist viel los im europäischen Fußball. Es ist nur schade, dass ich wegen Corona nicht in das Trainingslager eines anderen Vereins fahren kann, um mich weiterzubilden. Ich habe Lust wieder anzugreifen. Ich fühle mich noch jung und drahtig. Und mir fehlt der tägliche Fußball.

  5. Flutlicht an! "Mehr Goretzkas würden dem Fußball guttun"

    "Aufgewachsen mit der Generation Kahn rund um die legendäre 2001er-Mannschaft. Sozialisiert mit der Generation Lahmsteiger." So lautet die Selbstbeschreibung von Justin Kraft in seiner Kurzbiografie des Blogs "Mia San Rot".

    "Flutlicht an! Im Gespräch mit der Wortpiratin" - die neue Podcast-Folge jetzt anhören!

    Spieler wie Torhüter Oliver Kahn, Giovane Élber, Stefan Effenberg oder Bixente Lizarazu hätten ihn "für diesen Klub begeistert", Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger sieht er als Mitbegründer einer flachen Hierarchie sowohl in ihrem Klub als auch der Nationalmannschaft, für die er damals die Zeit gekommen sah.

    "Es sind zwei Typen und Menschen gewesen beim FC Bayern, die ich in ihrem Führungsstil sehr geschätzt habe", erklärt Kraft seine Faszination für die beiden Spieler, deren Namen er zu seinem Twitterhandle verschmolzen hat: Lahmsteiger.

    Kraft: Fan-Perspektive bedeutet nicht die rosarote Brille

    "Generation Lahmsteiger" heißt auch eines der bislang vier Bücher, die Kraft verfasst hat, das erste davon mit Felix Haselsteiner. "Rot und weiß ein Leben lang. 111 Gründe für den FC Bayern" ist den beiden als Projekt über den Blog "Mia San Rot" quasi zugeflogen und erwies sich als perfektes Experimentierfeld.

    "Es war auch eine Herausforderung, daraus ein bisschen auszubrechen", definiert Kraft ihren Anspruch, innerhalb der vielen "111er Bücher" im Fußball einen eigenen Ansatz zu finden. Und eine eigene Herangehensweise ist es auch, die den großen Bayern-Blog ausmacht: Mit Liebe zum Klub, aber deshalb niemals unkritisch, über ihn zu schreiben. Denn eine Fan-Perspektive, erklärt der Bayern-Anhänger, bedeute eben gerade nicht die rosarote Brille.

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    Zum Fan wurde Kraft fern der bayerischen Fußballmetropole in seiner Heimat Brandenburg. Während der Vater beim Dorfverein im Tor Bälle abwehrte, schwärmten dessen Kumpels dem Junior von den Rotweißen vor – und der kam, verliebte sich und blieb. Längst interessiert ihn vor allem die taktische Seite des schönen Spiels, in die er sich immer tiefer reinfuchst und dabei ganz neue Sehgewohnheiten entwickelt.

    "Generation Lahmsteiger" als "Fußballbuch des Jahres" nominiert

    In seinem als "Fußballbuch des Jahres" von der Akademie für deutsche Fußballkultur nominierten "Generation Lahmsteiger" steht die ideale Symbiose von Taktik und Strategie im Mittelpunkt. Fazit des Herzensprojekts: "Man braucht eine fußballerische Identität, eine Philosophie."

    Was aber, wenn zur Philosophie eines Vereins gehört, Trainingslager in Katar abzuhalten? Es sind Themen, bei denen Kraft nicht wegschaut. Er kritisiert, aber – und das ist ihm wichtig – erst, nachdem er zugehört hat. Den dialogischen Ansatz hat der junge Sportjournalist nicht nur bei der Frage, wo es ihm sein Verein schwermacht, im Gegenteil.

    Zuzuhören, abzuwägen und schließlich fest und laut zu seiner Meinung zu stehen, ist ein Weg, für den er sich bewusst entschieden hat. Die Basis wurde ihm mitgegeben: "Ich würde schon von mir behaupten, dass ich da eine sehr gute Erziehung genossen habe.“

    Die eigene Haltung musste sich aber erst entwickeln und da schreibt er dem sozialen Netzwerk Twitter positive Einflüsse zu.

    Der Schritt dorthin habe ihm ab 2015 eine ganz neue Welt eröffnet, in der er gelernt und sich informiert habe und daran gewachsen sei. "Ich glaube, es braucht tatsächlich einen Klick im Kopf", beschreibt er die Entstehung eines Bewusstseins für eigene Privilegien, aus dem er im nächsten Schritt ein Selbstverständnis entwickelt hat, alles anzusprechen, was er unfair findet in der Welt.

    Kraft: Spielerinnen finden oft zu wenig Gehör

    Der Fußball ist dafür als Thema ebenso gut geeignet wie jedes andere, findet Kraft – und ist deswegen dankbar, wenn sich innerhalb dieses Sports Vorbilder finden. "Mehr Goretzkas würden dem Fußball auf jeden Fall guttun."

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    Zugenommen hat nach seiner Beobachtung zuletzt vor allem der Anteil an Spielerinnen, die sich deutlich zu Wort melden, umso mehr ärgert es ihn, wie wenig Gehör diese oft finden. Als Beispiel nennt er einen Text von Lina Magull, in dem die Kapitänin des FC Bayern einen Aufbruch im Frauenfußball fordert und dessen Strukturen kritisiert.

    Das mediale Echo darauf war gering. "Man stelle sich vor, was wäre los, wenn Manuel Neuer sich über die Strukturen bei der UEFA aufregen würde! Da hättest du sofort fünf Push-Nachrichten!"

    Diese Ungleichbehandlung nicht länger hinzunehmen, hat Kraft sich zur Aufgabe gemacht.

   

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